„Das Jahr 2010 war für uns wirtschaftlich ein voller Erfolg!“ Mit dieser Aussage ziehen Heike Meyer, Vorsitzende des Stiftungsrates, Direktor Professor Dr. Rolf Wiese und der Vorsitzende des Fördervereins, Heiner Schönecke, Bilanz über das Jahr 2010. Das Freilichtmuseum am Kiekeberg konnte im vergangenen Jahr gemeinsam mit seinen Außenstellen Museumsbauernhof Wennerstorf, Mühlenmuseum Moisburg, Feuerwehrmuseum Marxen und der Ziegelei Rusch als Partner 215.000 Besuche verzeichnen.
Steigende Besuchszahlen - Wirtschaftlicher Erfolg
Alleine 192.000 Besuche erzielte davon das Freilichtmuseum am Kiekeberg. Dank seines attraktiven Angebots kann sich das Museum gegen den landesweiten Trend abnehmender Museumsbesuche stemmen. „Am meisten freut uns aber, dass wir einen enormen Zuwachs an Besuchen von Kindergärten und Schulklassen haben. Eine unserer schönsten Pflichten ist die Wissensvermittlung. Dass unsere museumspädagogischen Angebote derart gut angenommen werden, ist einfach toll“, sagt Rolf Wiese.
Neue Veranstaltungen und Dauerausstellungen führten auch auf dem Museumsbauernhof Wennerstorf (12.400) und im Mühlenmuseum Moisburg (4.800) zu einem deutlich Zuwachs an Besuchen. Die Ausweitung und Differenzierung des Programms an den Außenstellen wird von Besuchern positiv angenommen. Auch das Feuerwehrmuseum Marxen konnte mit 3.800 Besuchen seine Besuchszahlen erneut steigern. Veranstaltungen wie das Zweirad-Oldtimertreffen oder das Kinderferienprogramm etablierten sich und locken zunehmend Besucher an.
Förderverein für das Museum unverzichtbar
„Ohne Ende glücklich und voller Stolz“ blickt Fördervereinsvorsitzender Heiner Schönecke auf das abgelaufene Jahr. Der Verein unterstützt das Museum in seiner Arbeit ideell und finanziell. Herausragend ist das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Vereinsmitglieder. Über 270 Ehrenamtliche brachten sich 2010 am Kiekeberg und in den Außenstellen mit ihrer Erfahrung und ihrem Können ein. Sie verkauften Kuchen oder Museumsprodukte, arbeiteten im Garten oder der Werkstatt und leisteten dabei etwa 18.000 Arbeitsstunden.
Finanziell griff der Verein dem Museum beim Ankauf von Sammlungsgegenständen unter die Arme. So konnten beispielsweise eine historische Drehorgel für das Kettenkarussell des Museums angeschafft werden und 16 wertvolle Intarsienmöbel aus der Winsener Elbmarsch. Darüber hinaus brachte der Verein 90.000 Euro in das Stiftungskapital ein und finanzierte den Ausbau des ehemaligen Schafstalls zu einem Gemeinschaftsraum für die Bewohner des Wohnheims Wennerstorf.
Bau des Agrariums und des Landwirtschaftlichen Entdeckergartens
„In diesem Jahr steht der Aufbau der Erlebniswelt Landwirtschaft im Mittelpunkt. Der Rohbau des Agrariums ist abgeschlossen und bereits in den nächsten Tagen ziehen die ersten Kollegen in ihre neuen Büros“, sagt Rolf Wiese zu den Aufgaben für das laufende Jahr. Die Erlebniswelt Landwirtschaft setzt sich zusammen aus dem Neubau des Agrariums und des Landwirtschaftlichen Entdeckergartens.
Das Agrarium präsentiert Besuchern ab Mai 2012 landwirtschaftliche Themen: Wie entwickelte sich die Landwirtschaft und wie hat der technische Fortschritt unser heutiges Leben beeinflusst. Zusätzlich greift das Agrarium die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Lebensmittelerzeugung auf. „Was essen wir eigentlich täglich? Was steckt in Fertigprodukten alles drin und wie werden diese hergestellt? Das sind heute brisante Fragen und die greifen wir auf“, so Rolf Wiese. Die Ausstellung soll jedoch nicht bewerten, sondern vielmehr Wissen vermitteln. „Nur wer fundierte Kenntnisse über Anbau und Verarbeitung unserer Lebensmittel hat, kann sich verantwortungsbewusst entscheiden. Unsere neue Ausstellung wird hier mit innovativen Vermittlungskonzepten Maßstäbe setzen“, so Rolf Wiese weiter.
Herzlich willkommen – Mit dem Auto in den Garten
Auf einer Gesamtfläche von 40.000 m2 entsteht noch in diesem Jahr der
Landwirtschaftliche Entdeckergarten direkt am Museum. Moderne Vermittlungsmethoden führen Besucher hier an die Schwerpunktthemen Obstbau, Viehzucht und Ackerbau heran. Gleichzeitig bietet der Garten bei Großveranstaltungen zusätzliche Parkmöglichkeiten. „Wer in unser Museum kommt, der erwartet Land, Obstbäume, Felder und Tiere. Der Landwirtschaftliche Entdeckergarten begrüßt unsere Besucher genau so. Damit können wir unsere Gäste schon direkt nach der Ankunft angemessen empfangen“, sagt Rolf Wiese. Die Eröffnung des Gartens ist im Herbst 2011 geplant.
Neue Veranstaltungen
Am 26. März öffnet am Kiekeberg eine neue Sonderausstellung: „Alt und Jung. Vom Älterwerden in Geschichte und Zukunft“. Die Sonderausstellung greift verschiedene Aspekte rund um das Älterwerden und das Altsein in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf. Persönliche Erfahrungen älterer und jüngerer Menschen, interessante Objekte, Bilder und Fotos sowie Mitmach-Stationen erwarten die Besucher ab Ende März.
Mit der neuen Veranstaltungsreihe „Landleben früher“ macht das Freilichtmuseum am Kiekeberg vergangene Zeiten lebendig: Es zeigt das Leben, das nicht im Geschichtsbuch steht. Wie kochten Menschen über dem offenen Feuer, was bedeutete ein Waschtag auf der Wiese und wie lebten Lüneburger Heidjer unter der napoleonischen Besetzung? Laiendarsteller zeigen an sieben Terminen, was das Leben auf dem Heidehof ausmachte. Außerdem gibt es viele Angebote zum Mitmachen und selbst Ausprobieren.




