Wohnheim Wennerstorf – leben in einer Großfamilie
Integration von Menschen mit Behinderung
Im Wohnheim Wennerstorf leben 13 Menschen mit Behinderung wie in einer Großfamilie.
Sie werden in zwei Wohngruppen von jeweils einem Hauselternpaar und unterstützendem Fachpersonal betreut. Ganz bewusst knüpft das Wohnprojekt an die Tradition der Großfamilie an. Insbesondere der dörfliche Zusammenhang in Wennerstorf fördert die Integration der Bewohner, aber leistet auch einen Beitrag zum aktiven Dorfleben. Der dörfliche Lebenszusammenhang bietet einen überschaubaren Raum, in dem die Bewohner möglichst lange selbstständig leben können.
Die Gebäude
Unmittelbar im Dorfkern liegt das Wohnheim Wennerstorf. Es wurde 2008 auf dem etwa 5.000 qm großen alten Johms Hoff gebaut. In den zwei Wohngruppen lebt jeder Bewohner in einem eigenen Zimmer mit Terrasse und direktem Zugang zum Garten. Zur Wohnung gehört eine geräumige Küche für die gesamte Gruppe. Alle Räume und der Garten sind barrierefrei, zwei Zimmer sind rollstuhlgerecht ausgestattet. Im Obergeschoss sind zwei Hauseltern-Wohnungen untergebracht. Die Scheune wurde zur Technikzentrale des Komplexes umgebaut, die EWE stellte eine Wärmepumpe zur Verfügung.
Der zweite Bauabschnitt
Bauernhaus und Schafstall entstammen dem 18. bzw. 19 Jahrhundert und stehen unter Denkmalschutz. In einer zweiten Bauphase werden sie heutigen Sicherheitsbestimmungen und Lebensumständen behutsam angepasst.
Im ehemaligen Schafstall wird in historischem Ambiente ein Gemeinschaftsraum eingerichtet, in dem die Bewohner auf etwa 90 qm Gelegenheit haben für gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Tischfußball, Musikabende, Theater oder eigene Familienfeiern.
Im alten, restaurierten Bauernhaus werden zusätzliche Wohnungen für die Mitarbeiter entstehen. Für den zweiten Bauabschnitt appelliert das Freilichtmuseum am Kiekeberg an die Spendenbereitschaft der Bürger der Region. Für den Weiterbau werden noch ca. 65.000 Euro benötigt.
Die Geschichte
Vor sieben Jahren fing alles an: 2002 entstand die Idee, Menschen mit Behinderung nicht nur in die Arbeitswelt zu integrieren, sondern sie auch im Privatleben zu betreuen. Seit dem wurde der Bauplatz im Ortskern von Wennerstorf gefunden, Baupläne ausgearbeitet, Fördermittel akquiriert und Spenden gesammelt.
Die Träger und Unterstützer
Das Wohnheim Wennerstorf wird von der Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg getragen und bewirtschaftet. Besonders unterstützt wird die Stiftung von der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg gGmbH. Finanziell haben viele Einzelspender, Organisationen und Ministerien den Bau des Wohnheims ermöglicht. Engagiert setzte sich insbesondere der Förderverein des Freilichtmuseums am Kiekeberg für den Bau ein. Er finanzierte die einzelnen Bauabschnitte vor. Nachdem die Gebäude fertig gestellt waren, übergab der Förderverein sie schuldenfrei an die Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg.
Besonders die große Beteiligung der Menschen aus der Region zeigt den starken Rückhalt des Wohnheims in der Bevölkerung.
Der Bedarf für das Wohnheim
Im Landkreis Harburg gibt es einen steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen für Menschen mit Behinderung. Zum einen erleben durch den demografischen Wandel auch mehr Menschen mit Behinderung ein höheres Lebensalter, was zu einem besonders intensiven Betreuungsbedarf führt. Zum anderen ist das Interesse an einer betreuten Wohnmöglichkeit bei den jetzigen behinderten Beschäftigten in den Museen hoch.
Das Wohnheim wird seinen Bewohnern auch nach ihrem Erwerbsleben ein Heim bieten und sie mit der Integration in den Alltag, mit Betreuung von Tieren und Gärten fördern.
Eine Besonderheit des Wohnheims Wennerstorf ist, dass die übliche Trennung von Leben und Arbeiten zumindest partiell aufgehoben wird. Vor allem für die Mitarbeiter auf dem Museumsbauernhof Wennerstorf, die zugleich im Ort wohnen, aber auch für die älteren Bewohner, die keiner Arbeit mehr nachgehen, ergibt sich ein ganzheitlicher Lebensraum.
Gemeinsam arbeiten – Tradition im Freilichtmuseum am Kiekeberg
Das gemeinsame Arbeiten von Menschen mit und ohne Behinderung hat im Freilichtmuseum am Kiekeberg Tradition. Seit 1988 sind Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung im Museum beschäftigt und arbeiten im Team mit. Geländepflege, Versandaktionen und Werkstattarbeit – die Mitarbeiter sind unentbehrlich. Heute sind zwölf Mitarbeiter mit Behinderungen im Freilichtmuseum tätig.
Weitere 13 Mitarbeiter mit Behinderung sind im Museumsbauernhof Wennerstorf, einer Außenstelle des Freilichtmuseums, angestellt und im musealen und landwirtschaftlichen Bereich tätig. Der Bioland-Betrieb baut mit ihrer Hilfe Feldfrüchte und Kartoffeln an und vermarktet diese.
In einem hohen Maße wird das Museum von der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg gGmbH unterstützt. Sie sichert die pädagogische Anleitung der Menschen zum selbständigen Arbeiten.
Wohnheim Wennerstorf
Bürgermeisterweg 2
21279 Wennerstorf
Tel. (0 41 65) 99 94 90-01
info[at]wohnheim-wennerstorf[dot]de
www.wohnheim-wennerstorf.de
Spendenkonto
Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg
Verwendungszweck: Wohnheim Wennerstorf
Sparkasse Harburg-Buxtehude
Kontonummer 600 94 521
BLZ 207 500 00
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